Gegen politisch motivierte Kündigungen in Stuttgart, Berlin
und Halle
NoJob FM führte am 26.1.2010 ein Interview mit Ulrich Schirmer IGM
Vertrauensmann bei Porsche Stuttgart.
Am 20.1.2010 fand in Stuttgart ein
Prozess gegen Porsche statt.
Uli kämpft seit sieben Jahren um sein Recht auf Weiterbeschäftigung.
Begonnen hatte es in Stuttgart mit der Verteidigung von Roberto
Kyas (gegen die menschenverachtende Jagd auf Kranke).
Roberto kämpfte gegen Mobbing.
Bei den Porschekollegen gibt es seit 2001 einen Kollegenkreis mit der Webseite www.solikreis-porschekollegen.de/.
Es gibt den internationalen Solidaritätskreis (www.solidaritaetskreis.net)
Bei Labournet www.labournet.de gibt es
verschiedene Artikel zu diesem Thema, aber auch bei
www.trueten.de/
Mittlerweile gab es einen Artikel aus den STUTTGARTER NACHRICHTEN am
25.01.2010.
Titel: Porsches Kleinkrieg gegen einen Mitarbeiter
Dort wurde erstmals in der örtlichen Presse über diesen Fall berichtet.
Dies ist ein Durchbruch in der Öffentlichkeitsarbeit, der Artikel erschien
nicht nur online, sondern sogar in Printform am 25.1. im Wirtschaftsteil.
Danach gab es noch einen Artikel im Schwarzwälder Boten.
NoJob FM kämpft hier in Halle um die Weiterbeschäftigung des Kollegen Frank O.
und auch hier in Halle gibt es einen Kollegenkreis zur Verteidigung von
aufrechten Vertrauensleuten und Gewerkschaftern der Gewerkschaft ver.di konkret
bei der HAVAG. http://www.kollegenhilfe.net/
bzw. im Labournet
(Am 9.3.2009 findet übrigens in Halle der nächste Prozess gegen die HAVAG
statt.)
Aktuell:
In Bezug auf die Berichterstattung über den Kampf von Ulrich Schirmer vor den
Arbeitsgerichten gab es am Freitag 29.01.2010 die Veröffentlichung einer Reihe
von Leserbriefen. Hier der Ausschnitt.
Eine erste Reaktion auf diese Öffentlichkeitsarbeit ist es jetzt, dass Ulrich
am 3.2.2010 zur Listenaufstellung der IGM für die Betriebsratswahlen Zutritt
zur entsprechenden VL-Sitzung im Werksgelände erhalten hat, da er seine
Kandidatur angemeldet hatte.
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Ulrich Schirmer |
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m3u |
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Frage: |
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… ein Arbeitgeber kann x-
beliebig und beliebig oft auch ohne Begründungen kündigen kann. |
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Aber selbst wenn man Recht
bekommen hat, dann muss man es auch noch durchsetzen. |
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Er hatte Emmely in Stuttgart kennen gelernt und man hat den gewerkschaftlichen Bericht über die Veranstaltung dazu benutzt, die fünfte Kündigung damit zu untermauern. |
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Zu Frank O.: |
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Öffentlichkeitsarbeit
nötig bei der Rechtssprechung gerade bei politischen bzw. Kündigungen mit
gewerkschaftlichem Hintergrund |
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Es gibt den
Kündigungsschutz eigentlich nicht,
noch zusätzlich durch die alte Gesetzesänderung bei Betrieben mit weniger als
5 Angestellten und jetzt soll diese Zahl nochmals reduziert werden. |
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Frage: |
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verbrieftes Grundrecht
wird zwar geschützt |
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jeder Kollege, der sich traut seine Meinung kund zu tun, gerät in’ s Visier der Unternehmer |
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Diese Rechte muss man
wahrnehmen, muss man verteidigen, |
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Deutschland hat ein äußerst
eingeschränktes Recht, sich in Betrieben gewerkschaftlich zu betätigen, |
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Die Rechte der Arbeitsgesetzgebung muss man wahrnehmen, man muss es nutzen, man darf es nicht hinnehmen, sich dieser Rechte berauben zu lassen ohne Gegenwehr |
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Kommentar: NoJob FM wollte das Interview abbrechen, weil dem Interviewer der Eindruck hatte, es ginge Ulrich Schirmer nicht so gut (zwei Krebsoperationen und der Stress nach sieben Jahren Rechtsstreit) |
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„Ich bin nicht niedergeschlagen,
… , weil es mir gelungen ist mit Unterstützung meiner Freunde, meiner
Bekannten, meiner Kollegen diese 7 Jahre zu überstehen.“ |
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Frage: |
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Zeitarbeit schon vor 12 Jahren Kollegen mit Zeitverträgen in der Abteilung. |
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Ein Kreis von diesen Kollegen wechselte von einem zum anderen Großbetrieb. |
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Ein Unding an eine Existenzplanung zu denken, weil es jüngere Kollegen betroffen hatte. |
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Der gewerkschaftliche Vertrauenskörper hat gegen die Möglichkeit Zeitarbeitsverträge abzuschließen mobilisiert und den damaligen Bundesarbeitsminister Riester aufgefordert, durch seine Unterschrift nicht mehr zu verlängern. |
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Riester hat zu Beginn
seiner Gewerkschafterkarriere einen Film über die Biografie von Willi
Bleicher gedreht. |
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„Wenn man sich das
Thema Zeitarbeit und Leiharbeit anguckt, wir haben in der Regel Kinder zu
versorgen. |
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Das war ein wesentlicher
Punkt, weshalb er den Prozess so lange durch gestanden hat. |
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Frage: |
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Nach seiner Meinung
gibt es diesen Kündigungsschutz als solchen nicht gibt, |
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Als Schwerbehinderter
musste er die Erfahrung machen, dass die Integrationsämter den
Kündigungsschutz in der Form aushöhlen, dass sie zwar die prüfen, aber den
Anträgen der Unternehmer zu 94 % zustimmen (im Raum Stuttgart). |
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Weil dies so ist, gibt es
die umfassende Diskussion über die Frage der Bagatellkündigungen, es wundert
ihn bei dieser Art von Kündigungsschutz überhaupt nicht. |
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Es ist darüber hinaus
nötig, sich gegen diese Kündigungen zu wehren, und wenn es sich um
Kündigungen handelt, die vor dem Hintergrund einer gewerkschaftlichen Tätigkeit
oder Vertrauensleutearbeit, Betriebsratstätigkeit … |
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Frage: |
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Dass er in einer gewerkschaftlichen Veranstaltung aufgetreten ist, wurde ihm vorgeworfen. |
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Frage: |
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Argument der
Unternehmerseite: |
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Er ist froh über die Methode,
Solidaritätskreise zu gründen, dass versucht wird eine breitere
Öffentlichkeit über die unglaublichen Vorgänge zu informieren, dass diese
Methode Verbreitung findet. |
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Frage: |
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Meinungsfreiheit und das Recht
auf Koalitionsfreiheit sind durch das Grundgesetz abgesicherte Rechte. |
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Beleidigungen und
illoyales Verhalten wurden ihm immer wieder unterstellt, begründet u. a.
durch Internetveröffentlichungen. |
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Drei bis vier Urteile |
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Das
Betriebsverfassungsgesetz wird auf der einen Seite weltweit kopiert … |
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kein politisches
Streikrecht, kein Recht auf Solidaritätsstreik. Nur Streik im Rahmen der Tarifverhandlungen
zugestanden, keine wilden Streiks sind erlaubt. |
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In der gewerkschaftlichen
und in der politischen Arbeit muss man sich unbedingt für die Ausweitung des
Rechts auf Streik. |
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Frage: |
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Die Agenturen bestehen auf die Kündigungsschutzverfahren, aber natürlich auch (auf die Aufnahme jeglicher anderer Beschäftigung). |
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Auch ganz persönliche, 2-3
Jahre selber tätig gewesen. |
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Eine Situation, gerade für
junge Menschen, die am leistungsbereitesten sind, ist es unglaublich eine
Existenz aufzubauen. |
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Frage: |
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Die Vorläufer der prekären
Arbeitsverhältnisse waren die durch die geschaffene Möglichkeit der
befristeten Arbeitsverträgen (unter der Kohlregierung). |
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Im Stuttgarter Raum hatte sich ein einen Kreis von mehreren hundert ausgebildeten Facharbeitern herausgebildet, die zwei Jahre in der Automobilindustrie, dann zwei Jahre in der Zulieferindustrie und dann wieder zwei Jahre in der Automobilindustrie gearbeitet haben (bei der Mehrzahl der Kollegen). |
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Es kam zu einem Pool von frei verfügbaren Arbeitskräften, die dann nur noch mit Zeitverträgen beschäftigt wurden. |
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Schon damals war es für
junge Leute schlecht möglich, sich eine Existenz aufzubauen. |
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Ihm liegt die Sache so am Herzen, weil er selber Kinder hat, die unter extremen Bedingungen, sowohl von der Entlohnung wie auch von den Arbeitszeiten her, unter derartigen Verhältnissen arbeiten müssen. |
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Er hat noch eine
persönliche Rechnung mit Riester offen: |
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Noch ein Link auf den Unterstützerkreis von Emmely